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Göschenen
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Contents

‱ Geografie
‱ GewĂ€sser
‱ Gebiet
‱ Sprachen
‱ Politik
‱ Wirtschaft
‱ Verkehr
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geografie

Geografische Lage

Das Dorf Göschenen liegt im oberen Reusstal. Zur Gemeinde gehören nebst dem Dorf die Weiler Abfrutt (1168 m), Wiggen (1318 m) und GwĂŒest (1582 m) im Göschenertal.

GewÀsser

Die frĂŒhere Siedlung Göscheneralp, neun Kilometer westlich des Dorfs, ist im Stausee Göscheneralpsee verschwunden. Ihre Bewohner siedelten nach GwĂŒest um.

Bei der Alpsiedlung Wiggen vereinigen sich die Alper Reuss und die Voralpreuss, die durch das Voralptal fliesst. Der Fluss trĂ€gt von da an den Namen Göschenerreuss und mĂŒndet unterhalb des Dorfes in die Reuss.

Gebiet

Nur 1 % der Gemeinde sind SiedlungsflÀche, davon ist die HÀlfte VerkehrsflÀche. Die LandwirtschaftsflÀche erreicht mit 759 ha auch nur einen Anteil von 7 %, darunter befinden sich in erster Linie die Alpgebiete im Göschenertal mit 689 ha. Nur 70 ha sind Wies- und Ackerland. Neben 11 % Wald umfasst das unproduktive Gebiet den Grossteil des Gemeindegebiets, insgesamt 8372 ha oder 80,4 %. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationsarme und vegetationslose FlÀchen im Hochgebirge.

Rechts der Reuss gehört das sehr steile Riental zum Gemeindegebiet von Göschenen. Es wird im Osten von der Bergkette von Schijenstock, BĂ€chenstock und Rienzenstock begrenzt. Die fast unwegsame Rientalalp ist ĂŒber einen steilen Bergweg erreichbar, der ĂŒber den Berggrat zur Oberalp von Andermatt hinĂŒberfĂŒhrt.

Das Göscheneralptal ist fĂŒr alpine Wanderungen erschlossen. FĂŒnf SchutzhĂŒtten und ein Biwak des Schweizer Alpen-Clubs SAC stehen auf dem Gemeindegebiet von Göschenen: die Salbit-, die Voralp-, die ChelenalphĂŒtte, die Bergsee- und die DammahĂŒtte, wobei die beiden Ersteren seit 2010 fĂŒr alpine Wanderer durch die SalbitbrĂŒcke verbunden sind.

Nachbarschaft

Göschenen grenzt im Westen auf der Bergkette des Winterbergs mit dem Dammastock an die Walliser Gemeinde Obergoms und an die Berner OberlĂ€nder Gemeinde Innertkirchen, im Norden an Wassen, im Osten an Gurtnellen und im SĂŒden an Andermatt, Hospental und Realp. Nordwestlich des Dammastocks findet sich ein Dreikantonseck zu den Kantonen Bern und Wallis (am-eggstock-dammastock-dreikantonseck-be-ur-vs46.653028.41042).

Bevölkerung

| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1837 | 0 344 |
| 1850 | 0 348 |
| 1880 | 2992 |
| 1888 | 0 703 |
| 1920 | 0 974 |
| 1930 | 0 860 |
| 1941 | 0 850 |
| 1950 | 0 698 |
| 1960 | 1284 |
| 1970 | 0 888 |
| 1980 | 0 708 |
| 1990 | 0 585 |
| 2000 | 0 511 |
| 2005 | 0 473 |
| 2010 | 0 428 |

Zwischen 1837 und 1850 stagnierte die Einwohnerzahl. Wegen seiner Zugehörigkeit zur Gemeinde Wassen (bis 1875) gibt es danach bis 1880 keine Bevölkerungsangaben mehr. Die Rekordzahl von 1880 ist bedingt durch die Anwesenheit zahlreicher Bauarbeiter der Gotthardbahn. Darauf ist auch der erhebliche Bevölkerungsschwund bis 1888 zurĂŒckzufĂŒhren. Als Folge des Anschlusses ans Schienennetz kam es zwischen 1888 und 1920 zu einem Wachstum von fast 40 %.

In den 1920er Jahren kam es zu einem starken Bevölkerungsschwund (1920–1930: −11,3 %), gefolgt von einem Jahrzehnt der Stagnation. In den 1940er Jahren folgte ein weiterer Auswanderungsschub (1941–1950: −17,9 %), vorab ins Urner Unterland. Die hohe Einwohnerzahl von 1960 lĂ€sst mit der PrĂ€senz zahlreicher Bauarbeiter fĂŒr den Göscheneralpstausee erklĂ€ren. Immerhin fĂŒhrte dieser Bau zu einem erheblichen Bevölkerungswachstum (1950–1970: +27,2 %), so dass Göschenen 1970 mehr Einwohner zĂ€hlte als 1941. Seither sinkt die Zahl der Bewohner; zwischen 1970 und 2005 halbierte sich die Einwohnerzahl.

Sprachen

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tÀgliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 gaben 95 % Deutsch, 2 % Portugiesisch und 1 % Spanisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen

Die Bevölkerung war frĂŒher vollumfĂ€nglich Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Die KonfessionsverhĂ€ltnisse im Jahr 2000 lassen immer noch die ursprĂŒngliche Struktur erkennen. 452 Personen waren katholisch (88,45 %). Daneben gab es 4 % evangelisch-reformierte Christen und 4 % Konfessionslose. 14 Personen machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – NationalitĂ€t

Von den Ende 2005 473 Bewohnern waren 440 (93 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mitteleuropa (Deutschland, Liechtenstein und Österreich), aus SĂŒdeuropa (Italien, Portugal und Spanien) und aus Island sowie Brasilien. Bei der VolkszĂ€hlung 2000 waren 483 Personen (94 %) Schweizer BĂŒrger; davon besassen fĂŒnfzehn Personen die doppelte StaatsbĂŒrgerschaft.

Altersstruktur

Die Gemeinde zÀhlt einen hohen Anteil an Àlteren Bewohnern. Der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren von 21 % der Bevölkerung liegt deutlich unter dem Anteil der Personen im Seniorenalter (60 Jahre und Àlter: 26,42 %).

| Alter | 0–6 Jahre | 7–15 Jahre | 16–19 Jahre | 20–29 Jahre | 30–44 Jahre | 45–59 Jahre | 60–79 Jahre | ≄ 80 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl | 28 | 57 | 22 | 56 | 111 | 102 | 115 | 20 |
| Anteil | 5,48 % | 11,15 % | 4,31 % | 10,96 % | 21,72 % | 19,96 % | 22,50 % | 3,91 % |

Politik

Legislative
Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Sie tritt meistens zweimal jÀhrlich zusammen.

Exekutive
Der fĂŒnfköpfige Gemeinderat bildet die Exekutive. GemeindeprĂ€sident ist Felix Cavaletti (Stand 2017).

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Im Jahr 2005 gab es zehn Landwirtschaftsbetriebe, die 34 Arbeitsstellen anboten. Industrie und Gewerbe beschÀftigten in vier ArbeitsstÀtten 75, der Dienstleistungsbereich in 17 Betrieben 96 Personen (BeschÀftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die VolkszÀhlung 2000 ergab 12 Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 35 BeschÀftigten. Die BetriebszÀhlung 2001 kam auf 6 Industrie- und Gewerbebetriebe mit 109 und 23 Dienstleistungsunternehmen mit 121 BeschÀftigten. Von den im Jahr 2000 268 erwerbstÀtigen Personen Göschenens arbeiteten 143 (53 %) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 243 Menschen Arbeit an, von denen 143 (59 %) Einheimische waren.

Die 125 Wegpendler verrichten ihre Arbeit grösstenteils in anderen Gemeinden des Kantons Uri, darunter 34 Personen in Altdorf, 30 in Andermatt, je 12 in Erstfeld und Wassen, 7 in Schattdorf und 5 in Silenen. Es gab aber auch 100 Zupendler. Diese kamen hauptsÀchlich aus Silenen (20 Personen), Wassen (14), Andermatt (12), Altdorf und Schattdorf (je 10), Erstfeld und Gurtnellen (je 9).

Energiegewinnung

Etwa acht Kilometer westlich der Ortschaft Göschenen liegt im Tal der Göschenerreuss der Göscheneralp-Stausee, der zur Energiegewinnung im Kraftwerk Göschenen dient. Daneben gibt es noch ein kleines ElektrizitÀtswerk der Gemeinde.

Verkehr

Schienenverkehr

Auf Göschener Gemeindegebiet befindet sich das Nordportal des Gotthardtunnels, der zwischen 1872 und 1882 fĂŒr die Gotthardbahn entstand. An ihr befindet sich unmittelbar nördlich des Tunnels der Bahnhof Göschenen. Dieser ist zudem Ausgangspunkt der Schöllenenbahn der MGB, einer meterspurigen Zahnradbahn hinauf zum Bahnhof Andermatt im Urserental. Die Strecke fĂŒhrt durch das steile Tal der Reuss mit der Schöllenenschlucht, an der historischen TeufelsbrĂŒcke und am Urnerloch vorbei.

Strassenverkehr

1980 wurde der Gotthard-Strassentunnel der Gotthard-Autobahn eröffnet, der hier ebenfalls sein Nordportal hat. Beim Portal befindet sich die Autobahnanschlussstelle Göschenen, deren Einfahrt in Richtung Gotthard-Tunnel bei Staus gesperrt wird, um zu verhindern, dass Autofahrer auf die Kantonsstrasse ausweichen.

Göschenen liegt ferner an der Hauptstrasse 2, die am Ort vorbei gefĂŒhrt wird. Von Altdorf kommend fĂŒhrt sie Richtung SĂŒden durch die Schöllenenschlucht nach Andermatt und weiter zum Gotthardpass. Die historische Route zum Gotthard fĂŒhrte durch den Ort ĂŒber die ZollbrĂŒcke sowie weiter sĂŒdlich als Saumpfad ĂŒber die HĂ€derlisbrĂŒcke.

SehenswĂŒrdigkeiten

Siehe auch

:

Liste der KulturgĂŒter in Göschenen

Persönlichkeiten

‱ Louis Favre (1826–1879), Ingenieur, starb 1879 in Göschenen wĂ€hrend der Arbeiten am Gotthardtunnel
‱ Ernst Zahn (1867–1952), Schriftsteller, von 1900 bis 1916 Hotelier in Göschenen
‱ Marie Winkler-Leu (1873–1949), Mundartschriftstellerin
‱ Werner Meier (1916–2007), GewerkschaftsfunktionĂ€r und Politiker, in Göschenen geboren

Siehe auch
Literatur

‱ Thomas Brunner: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Uri: Band 4: Oberes Reusstal und Urseren. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2008 (KunstdenkmĂ€ler der Schweiz Band 114). ISBN 978-3-906131-89-4. S. 237–285.
‱ Hans Stadler: Göschenen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Weblinks

Commons

: Göschenen

– Sammlung von Bildern und Audiodateien

Wiktionary: Göschenen

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Offizielle Website der Gemeinde Göschenen
‱ Schöllenenschlucht auf myswitzerland.com

Einzelnachweise

cite-note-11. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-55. pxweb.bfs.admin.ch (Memento des Originals vom 28. Dezember 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pxweb.bfs.admin.ch